Geschichte/Entstehung Doce Pares Eskrima

Aktualisiert (Donnerstag, den 03. November 2011 um 19:13 Uhr)

Die ersten Hinweise auf die Kampfkunst Eskrima stammen aus der Zeit der Entdecker: Der erste bekannte philippinische Held, Lapulapu, soll einer der führenden Meister des Arnis (auch Eskrima oder Kali) gewesen sein, welches damals unter seinem einheimischen Namen Pangamut bekannt war. Lapulapu bereitete seine Männer durch hartes Training intensiv auf die entscheidenden Kraftproben gegen Feinde vor. Als der erste Weltumsegler in der Geschichte versuchte, den widerspenstigen Lapulapu, der sich weigerte sich mit ihm in Cebu zu treffen, zu unterwerfen, wurde er, wie nicht anders zu erwarten, nicht mit Gewehrkugeln sondern mit einfachen Holzwaffen, Speeren und Bolos konfrontiert. Als der Schlachtlärm verklungen war, zeigte sich ironischerweise, dass die „modernen" Waffen der spanischen Eroberer den primitiven Holzwaffen von Lapulapu und seinen Kriegern in jeder Hinsicht unterlegen waren. Magellan fiel in dieser Schlacht.

Als die Spanier jedoch das Land immer mehr unter ihre Kontrolle brachten, versuchten sie die Ausübung der Kampfkunst zu verhindern. Aus Angst vor den ungewöhnlichen Fähigkeiten der Philippinos verboten sie die Ausübung dieser Kunst. Zwar gaben sie als Grund für das Verbot an, dass die Einheimischen zu viel Zeit mit dem Training verbrachten und dadurch ihre Arbeit vernachlässigten, aber es war doch offensichtlich, dass die Verwaltung die sehr geschickten und gut ausgebildeten Menschen als lebensgefährliche Bedrohung ansah. Schliesslich gaben die Philippinos dem Druck nach und legten ihre Übungsgeräte beiseite  und gaben die Ausübung des Arnis auf.

Es dauerte bis zum 19.Jh., bis das Arnis bei der einheimischen Bevölkerung wieder eine gewisse Verbreitung fand. Diese Entwicklung wurde der Einführung der Moro Moro Spiele und Tänze zugeschrieben, welche sich unter den Philippinos großer Beliebtheit erfreuten und ihnen die Gelegenheit gaben, das Gesetz zu umgehen, welches das Tragen und Zeigen von Schwertern verbot. Man glaubte, dass die Moro Moro Spiele und Tänze sogar in erster Linie dafür erfunden wurden, um den Philippinos einen Deckmantel für die Wiederaufnahme des Arnistrainings zu verschaffen. Und so versuchten die Menschen die Kunst mit einem Stück Hartholz, genannt „bahi" oder „Kamagong" und mit Rattanstöcken, genannt „Oway" zu meistern. Durch das Täuschungsmanöver, welches die Bühnenspiele und Tänze darstellten, waren die Philippinos in der Lage, ihr Arnistraining mit „Kali"-Schwertern (das „Kali"ist eine Art breites Schwert, welches bei den Philippinos noch stets beliebt ist) fortzuführen. Dieser "Tanz" gefiel sogar den Spaniern, so daß er nun auch öffentlich bei Feierlichkeiten gezeigt werden konnte.

Dass das richtige Arnis keinesfalls gestorben war, konnte die Besatzungsmacht jedes Mal feststellen, wenn es wieder eine Revolte gab.

Von Generation zu Generation wurden diese vielen regional verschiedenen Kampfstile, unter dem Oberbegriff Arnis de Mano bekannt, am Leben erhalten und überliefert durch die Jahrhunderte.

Als 1898 das Ende der spanischen Herrschaft kam, und die Amerikaner übernahmen, wurde das Verbot aufgehoben. Freundschaftliche Wettkämpfe wurden an Feiertagen öffentlich gezeigt, aber die Lehrer "öffneten ihre Türen" immer noch nicht, und Arnis blieb zunächst eine Geheimkunst.

Im März 1932 fand sich eine Gruppe bekannter philippinischer Kampfkunstmeister zusammen und gründete den Doce Pares Club, später auch einfach Doce Pares genannt, mit dem Ziel die Kampfkunst der Philippinen (FMA) zu fördern. Unter der Leitung des unnachahmlichen Eulogio "Yoling" Canete, erreichte die Gruppe eine derartige Bekanntheit und Beliebtheit, dass sie praktisch alleine den Standard des Eskrima-Kali-Arnis bestimmte.

Doce Pares war so verbreitet, dass sein Name gleichbedeutend war mit der Kampfkunst Eskrima schlechthin. Nach seiner Wahl zum ersten Präsidenten im Jahre 1932, wurde Eulogio Canete insgesamt 56 mal wieder gewählt und blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1988, im Alter vom 88 Jahren an der Spitze der Bewegung.

2010 wurde Eskrima durch Gloria Macapagal-Arroyo zum offiziellen Nationalsport der Philippinen ernannt und muss nun an allen philippinischen Schulen unterrichtet werden.